Bericht 6 (Mobilfunk)

21.03.2005

Gesundheitsstörungen durch eine UMTS-Anlage

Mein Mann und ich wohnen seit September 2003 in der S.-Straße in Rosenheim. Wir haben bis Ende letzten Jahres gerne hier gewohnt und konnten immer sehr gut schlafen.

Letztes Jahr wurde ca. 50 m von unserer Wohnung entfernt eine UMTS-Anlage von T-Mobile installiert, die ca. Mitte Dezember 2004 in Betrieb ging.

Anfang Januar 2005 hat sich mein Schlafverhalten und auch das meines Mannes grundlegend geändert. Bisher konnte ich stets sofort einschlafen und habe bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen. Nun konnte ich plötzlich nicht mehr einschlafen. Wenn ich nach längerem Wachliegen endlich eingeschlafen bin, bin ich meistens schon nach ca. 1-2 Stunden wieder aufgewacht - meistens mit starken Schmerzen am ganzen Körper und dem Gefühl, als ob der ganze Körper unter Strom stünde. Am Morgen habe ich mich regelmäßig unausgeschlafen und wie gerädert gefühlt. Meinem Mann ging es ähnlich.

Der Aufenthalt in der Wohnung tagsüber führt seit Anfang Januar stets dazu, dass starke Kopfschmerzen auftreten. Diese gehen nach dem Aufenthalt außerhalb der Wohnung weg, kommen aber regelmäßig nach ca. 2-3 stündigem Aufenthalt in der Wohnung wieder. Ich habe in meinem Leben bisher Kopfschmerzen nur in seltenen Ausnahmefällen (z.B. bei einer starken Erkältung) gehabt.

Am schlimmsten sind die Beschwerden nachts. Es hat Nächte gegeben, in denen ich nicht eine Minute geschlafen habe! Die aggressive Strahlung verursacht außer Schmerzen am ganzen Körper oft auch Herzrasen, Übelkeit und innere Ruhelosigkeit.

Mitte Januar war ich aufgrund all der schlaflosen Nächte davor mit starken körperlichen Beschwerden soweit, dass ich meiner Arbeit nicht mehr nachgehen konnte. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich normalerweise eine sehr gute Gesundheit besitze und mindestens die letzten 5 Jahre keinen einzigen Tag wegen Krankheit gefehlt habe. Nun war ich körperlich und nervlich nur noch ein Wrack. Eine Blutuntersuchung am 20. Januar hat ergeben, dass meine Melatonin-Werte viel zu niedrig sind.

Mein Mann konnte durch die starke Strahlung auch kaum mehr schlafen und hatte Herzprobleme.

Seit Mitte Januar verbringen wir die Nächte fast nur noch außerhalb unserer Wohnung bei Verwandten, Bekannten oder in angemieteten Ferienwohnungen, weil die Nächte in unserer eigenen Wohnung der reinste Horror sind und wir unsere Gesundheit nicht in kürzester Zeit ruinieren wollen.

Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass meine Schlafstörungen und eine Reihe körperlicher Beschwerden, die früher nicht vorhanden waren, ausschließlich durch die Mobilfunkbestrahlung verursacht werden, denn bei Aufenthalt an anderen Orten habe ich weder Schlafstörungen noch irgendwelche körperlichen Beschwerden!

Die genauen Einzelheiten zu den Beschwerden/Erfahrungen seit Anfang Januar habe ich in einem Mobilfunktagebuch aufgeschrieben, das ich Ihnen gerne auf Anforderung zur Verf├╝gung stelle.

Zusammenfassung:

  1. Beginn und Art der gesundheitlichen Beschwerden:
    Die Beschwerden haben ca. 2 Wochen nach Inbetriebnahme der UMTS-Anlage begonnen. Es handelt sich dabei um extreme Schlafschwierigkeiten bis zur totalen Schlaflosigkeit die ganze Nacht über, permanente Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schmerzen am ganzen Körper, Herzrasen, Ruhelosigkeit, eingeschränktes Denkvermögen, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Nervosität
  2. Zusammenhang mit UMTS-Strahlen-Exposition: Die gesundheitlichen Beschwerden verschwinden vollständig bei Beendigung der Exposition
  3. Die Belastung besteht seit ca. Mitte Dezember (Inbetriebnahme der Anlage)
  4. Schutzmaßnahmen: Bisher ausprobierte Abschirmmaßnahmen führten zu keinem oder nur geringem Erfolg. Bei Deexposition (Übernachtung an anderen Orten, Aufenthalt an anderen Orten) verschwinden die gesundheitlichen Beschwerden innerhalb weniger Stunden.

Über unsere Erfahrungen sind informiert:
Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim und Umweltamt der Stadt Rosenheim
Die Eigentümer des Hauses S.-Straße 11, auf dem die UMTS-Anlage steht
T-Mobile: Herr Rüdiger Möller
Deutsche Funkturm: Herr Bauer

Herr Möller von T-Mobile meinte zu unseren Beschwerden, dass diese vielfältige Ursachen haben könnten, aber mit Sicherheit nicht von der UMTS-Anlage kommen würden. Auf eine mehrfache Nachfrage, welche Ursachen das denn sein könnten, meinte er, dass z.B. eine neue Couch dafür verantwortlich sein könnte! Laut Herr Bauer von der Deutschen Funkturm haben wir unsere Beschwerden gar nur deswegen, weil wir "fehlinformiert" sind! - Was für eine Verhöhnung von Mobilfunkgeschädigten!

Aber damit nicht genug. Hinzu kommt noch, dass die Politik die verheerenden Auswirkungen des Mobilfunks, die wir seit Anfang Januar schmerzlich erfahren müssen, einfach nicht zur Kenntnis nehmen will. Wo bleibt unser Recht auf körperliche Unversehrtheit und der Schutz unseres Eigentums? Wir können uns derzeit aussuchen, ob wir es vorziehen in kürzester Zeit schwer zu erkranken oder lieber auf die Nutzung unserer Eigentumswohnung verzichten wollen. Der Staat lässt uns vollkommen im Stich!

Mit freundlichen Grüßen
I. D.